Der Takt von Theequest
Es gibt einen Takt,
der älter ist als jede Uhr.
Unsere Ahnen lebten in einem Kreis, nicht in einer Linie. Säen, wachsen, ernten, danken, ruhen. Die alten Kulturen wussten instinktiv, was wir heute vergessen haben. Ein Mensch kommt nur dann in seinen wahren Rhythmus, wenn er mit dem Rhythmus der Natur lebt. An den Schwellen des Jahres kamen sie am Feuer zusammen und feierten, was geworden war.
Die moderne Welt hat aus dem Kreis eine Gerade gemacht. Säen, wachsen, weiter, immer weiter. Die Ernte wurde zum Termin, das Danken und das Ruhen sind aus dem Kalender gefallen. Du erreichst etwas und statt Freude kommt nur die nächste Liste. Ohne Ernte kein Geschafft, ohne Geschafft kein Loslassen und ohne Loslassen keine Ruhe, in der Neues wachsen darf. Darum rennen so viele. Nicht aus Kraft, sondern weil kein Halt kommt.
Schnelle Freude ist Zucker, süß für einen Augenblick und danach hungriger als zuvor. Die Freude aus der eigenen Ernte nährt wie Brot.
In dir drehen sich drei Räder. Deine Vergangenheit, deine Gegenwart, deine Zukunft. Solange die Vergangenheit nicht losgelassen ist, dreht sie sich in deine Gegenwart hinein. Du erlebst alte Kapitel wieder und wieder und hältst sie für dein heutiges Ich. Eine Zukunft, die du auf dieser Gegenwart baust, trägt das Alte gleich mit. Darum wiederholt sich so vieles, obwohl du längst alles verstanden hast.
Genau dort setzt meine Arbeit an. Wir bringen deine Räder zurück in ihren eigenen Takt, lösen die alten Anhaftungen und holen heim, was auf dem Weg zurückgeblieben ist, damit du wieder vollständig wirst. Der Stamm lebt diesen Takt gemeinsam. Wir versammeln uns an den acht Festen des Jahres, so wie am ersten August, wenn Lughnasadh, die erste Ernte, uns innehalten lässt für das, was reif geworden ist. Kein Konzept. Ein Takt, in dem dein Leben wieder atmen darf.