Die alten Kelten und Germanen lebten in diesem Takt. Acht Feste führten sie durch das Jahr, mit Feuern auf den Hügeln, mit Brot aus dem ersten Korn, mit Nächten, in denen die Ahnen nah waren. Diese Seite führt dich einmal um das Rad herum, hinein in eine Welt, die wir vergessen haben.
Säen · Wachsen · Ernten · Danken · Ruhen
Der äußere Ring trägt die acht Feste des Jahres, jedes unter seiner Rune, und der goldene Doppelpunkt markiert Samhain, das Tor in die dunkle Zeit. Der mittlere Ring trägt das alte Futhark, die Zeichenreihe der Ahnen. Der innere ist das Rad selbst mit seinen acht Speichen. Sie drehen gegenläufig, so wie sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in dir drehen. Die Mittsommer-Sonne, die Mittwinter-Sonne und die beiden Jahreshälften wandern mit den Festen, die helle und die dunkle Zeit drehen im Rhythmus der Erde mit.
Der Kreis
Fünf Zeiten hat das Jahr und wir leben nur noch zwei.
Unsere Ahnen lebten in einem Kreis. Sie säten, sie sahen dem Wachsen zu, sie holten die Ernte ein, sie dankten und dann ließen sie das Land und sich selbst ruhen. Dieser Kreis hing an keiner Wand, er wurde gelebt und gefeiert. An jeder Schwelle des Jahres standen Zeremonien, es brannten Feuer auf den Hügeln, es wurde gebacken, geteilt, erzählt und gedankt, die Menschen kamen zusammen und gaben dem, was geschehen war, einen Platz. So bekam jede Zeit des Jahres ihre Würde, das Werden wie das Vergehen.
Denn erst im Innehalten begreift der Körper, dass sich ein Weg gelohnt hat. Das wussten die Alten und darum feierten sie nicht nur die Ernte. Sie feierten das erste Licht im Februar, die Rückkehr der Sonne in der längsten Nacht, den Aufbruch des Frühlings. Jedes Fest war ein Anhalten im Lauf, ein bewusster Atemzug zwischen dem, was war, und dem, was kommen will.
Von diesem Kreis ist uns eine Gerade geblieben. Säen und wachsen können wir noch immer, doch die Ernte wurde zum Termin, das Danken schrumpfte auf einen Sonntag im Oktober und das Ruhen hat seinen festen Platz verloren. Früher zog sich allein die Erntezeit vom ersten Korn im August bis tief in den Herbst und wurde von drei Festen getragen, heute ist davon ein einzelner Erntedank-Sonntag übrig. Er ist bei uns nicht einmal ein Feiertag.
Vielleicht erkennst du die Gerade in deinem eigenen Jahr. Etwas wird fertig und noch am selben Abend liegt die nächste Liste da, das Geschaffte bekommt keinen Platz und genau dort beginnt das Rennen.
Die drei Räder
In dir drehen sich drei Räder.
So wie das Jahr sein Rad hat, trägst du deine eigenen. Das Rad deiner Vergangenheit, das Rad deiner Gegenwart, das Rad deiner Zukunft. Jedes trägt eigene Zeichen, so wie die Ringe auf dieser Seite ihre Runen tragen, und alle drei greifen ineinander. Auf ihnen steht, was du erlebt hast, was du heute bist und was in dir werden will.
Solange die Vergangenheit verarbeitet und losgelassen ist, drehen die Räder frei und jedes bleibt in seiner eigenen Zeit. Wenn nicht, zieht sich das Alte in die Gegenwart hinein. Alte Kapitel legen sich über den heutigen Tag und irgendwann hältst du sie für dein heutiges Ich. Eine Zukunft, die du auf dieser Gegenwart baust, trägt das Alte gleich mit. Darum wiederholt sich so vieles, obwohl du längst alles verstanden hast.
Die alten Kulturen wussten instinktiv, dass die Räder eines Menschen nur dann im wahren Rhythmus drehen, wenn er mit dem Rhythmus der Natur lebt. Ihre Feste waren darum mehr als Brauchtum. Sie waren die Momente, in denen die Menschen ihre eigenen Räder wieder an das große Rad anlegten, so wie man ein Instrument stimmt, bevor es spielt.
Genau dort setzt meine Arbeit an. Wir ordnen die drei Ebenen gemeinsam, lösen die alten Anhaftungen und holen heim, was auf dem Weg zurückgeblieben ist. Das Ziel ist deine Mitte, der Ort, von dem alle großen Lehren sprechen. So wussten es die Alten und so erlebe ich es in jeder Begleitung.
Ein Gang ums Rad
Acht Schwellen, zwei Hälften, ein Jahr.
Das Jahr unserer Ahnen hatte zwei Hälften, eine dunkle und eine helle, und acht Schwellen, an denen sie innehielten. Für mich beginnt das Jahr an Samhain, mit dem Schritt ins Dunkel, so wie jedes Leben im Dunkel beginnt. Von dort gehen wir einmal herum. Nimm dir Zeit für diesen Gang, jede Schwelle hat ihre eigene Geschichte.
Samhain
wo heute Allerheiligen und Halloween liegen · Othala, das Erbe der Ahnen
Wenn die letzte Ernte geborgen war und das Vieh von den Sommerweiden ins Tal kam, versammelten sich die Menschen zu großen Feuern. Die Arbeit des Jahres war getan und nun wurde gewürdigt, was es gebracht und was es genommen hatte. Man gedachte der Toten und deckte ihnen mancherorts einen Platz am Tisch, denn in diesen Nächten, so erzählten es die Alten, steht die Tür zwischen den Welten offen. Was reif war, ist eingebracht, was gehen will, darf gehen und die Ahnen rücken nah. Darum trägt Samhain auf dem Rad die Rune Othala, das Erbe der Ahnen, und darum beginnt für mich hier das Jahr, im Dunkel, aus dem alles Neue kommt.
Yule
Mittwinter, die Zeit der Raunächte · Isa, das Eis
In der längsten Nacht des Jahres steht alles still. Die Germanen feierten hier ihr Julfest, es wurde geschlachtet, geteilt und in feierlicher Runde getrunken, auf die Ahnen, auf das Jahr, auf die Wiederkehr des Lichts. Aus diesen Nächten wurden später unsere Raunächte, die stille Zeit zwischen den Jahren, die viele bis heute spüren, ohne zu wissen, woher sie kommt. Vor über fünftausend Jahren, lange vor Kelten und Germanen, bauten Menschen die große Grabanlage von Newgrange so, dass genau am Morgen der Wintersonnenwende ein einziger Lichtstrahl bis in ihre innerste Kammer fällt. Isa, das Eis, ist die Rune dieser Schwelle, denn im tiefsten Stillstand kehrt das Licht um.
Imbolc
Lichtmess · Kenaz, die Fackel
Mitten im Winter, wenn die Vorräte knapp wurden, kam das erste Zeichen. Die Schafe gaben wieder Milch, denn die Lämmer kündigten sich an, und das war die erste frische Nahrung seit Monaten. In Irland gehörte dieses Fest der Brigid, der Hüterin von Feuer und Quelle, und sein Echo tragen wir bis heute als Lichtmess im Kalender. Kenaz, die Fackel, leuchtet an dieser Schwelle, denn unter dem Schnee regt sich das Jahr, leise und noch ungesehen.
Ostara
die Tagundnachtgleiche des Frühlings · Berkano, die Birke
Tag und Nacht stehen einen Augenblick lang gleich, dann gewinnt das Licht. Die Felder wurden bestellt, das große Säen begann. Ein Mönch namens Beda schrieb im achten Jahrhundert von einer Göttin, zu deren Ehren die Menschen im Frühling feierten, und ihr Name klingt bis heute in unserem Wort Ostern nach. Berkano, die Birke, gehört zu dieser Schwelle, der erste Baum, der wieder grünt, das Zeichen des Neubeginns.
Beltane
die Maifeuer · Gebo, die Gabe
Mit Beltane öffnete sich die helle Hälfte des Jahres. Bevor das Vieh auf die Sommerweiden zog, trieben die Druiden es zwischen zwei großen Feuern hindurch, als Segen und Schutz für den Sommer. Junge Menschen sprangen über die Glut, es wurde getanzt und das Leben feierte sich selbst. Bis heute brennen in vielen Dörfern die Maifeuer und kaum jemand weiß noch, wie alt dieser Brauch ist. Gebo, die Gabe, ist die Rune dieser Nacht, das Zeichen der Verbindung.
Litha
Mittsommer, die Johannisfeuer · Sowilo, die Sonne
Der längste Tag, die Sonne in ihrer vollen Höhe. Auf den Hügeln brannten die Sonnwendfeuer, die wir heute als Johannisfeuer kennen, und in Stonehenge geht die Sonne an diesem Morgen genau über dem großen Fersenstein auf. Mitten im Höchsten liegt zugleich die erste leise Wende, denn von nun an werden die Tage wieder kürzer. Die Alten feierten beides, die Fülle und den beginnenden Abschied von ihr. Sowilo, die Sonne, steht dafür oben auf dem Rad.
Lughnasadh
die erste Ernte · Jera, der Jahreslauf
Anfang August antwortete das Jahr zum ersten Mal. Das erste Korn wurde geschnitten und noch am selben Tag zu Brot gebacken, dazu kamen die ersten Beeren von den Hügeln und dem Feld wurde ein Stück zurückgegeben, als Dank. In Irland versammelten sich die Menschen zu Märkten, Spielen und Wettkämpfen, benannt war das Fest nach dem Lichtgott Lugh. Wer die dunkle Zeit gut durchwandern will, hat vorher gesehen, was ihm gewachsen ist, denn Gewachsenes macht keinen Lärm. Jera, der Jahreslauf, ist seine Rune, die Ernte, die im Kreis zurückkommt.
Mabon
die zweite Ernte zur Herbst-Tagundnachtgleiche · Wunjo, die Freude
Noch einmal stehen Tag und Nacht gleich, dann kippt das Jahr ins Dunkel. Die großen Ernten wurden eingebracht, die Speicher gefüllt und was der Sommer gegeben hatte, wurde geteilt und bedankt. Aus dieser Zeit des Dankens ist unser Erntedank geblieben. Wunjo, die Freude, leuchtet an dieser Schwelle, die stille Freude über das, was geworden ist, bevor sich der Kreis an Samhain schließt.
Das Fundament
Ich sage dir ehrlich, was alt ist und was jung ist.
In einer Welt voller behaupteter Uraltheit ist Ehrlichkeit die seltenste Währung. Darum halte ich es beim Rad wie in meiner Arbeit und trenne sauber zwischen dem, was belegt ist, und dem, was meine Deutung ist.
Belegt ist mehr, als viele ahnen. Eine gallische Bronzetafel teilt das Jahr in eine dunkle und eine helle Hälfte, die vier Feuerfeste stehen in alten irischen Handschriften und die Sonnenwend-Bauten von Newgrange und Stonehenge, von denen du eben gelesen hast, sind älter als die Pyramiden. Menschen haben diesen Takt über Jahrtausende beobachtet, gefeiert und in Stein gesetzt.
Jung dagegen ist das achtteilige Rad als geschlossenes System. Es wurde erst im letzten Jahrhundert aus den alten Teilen zusammengefügt und drei der acht Fest-Namen sind kaum fünfzig Jahre alt. Ich verschweige dir das nicht, denn das Rad braucht keine Urkunde. Die Sonnenwenden standen in Stein, lange bevor irgendjemand Kelte oder Germane sagte. Die Runen auf dem Rad sind das alte Futhark, die Zeichenreihe der Ahnen, jede einzelne echt und erklärbar. Dieses Erbe ist für mich kein fernes Wissen, meine Ururoma war eine Druidin, aus ihrer Linie stamme ich und mit den Kräften dieser alten Zeichen arbeite ich bis heute. Und meine Lehre von den drei Rädern ist genau das, meine Lehre, schamanisch erfahren und in der Arbeit lebendig. Sie braucht keinen Beweis, sie zeigt sich.
Der Takt in meiner Arbeit
Auch ein Weg mit mir geht im Kreis.
Im Klarheitsgespräch säen wir, in dreißig Minuten fällt das erste Korn, die Frage, die in dir schon lange auf ihren Boden wartet. In der Wahrfährte wächst es über sechs Monate im eigenen Takt. Die Ernte gehört dir und sie zeigt sich in deinem Leben, dort wo du stehst. Auch der Theequest Stamm lebt diesen Takt, wir versammeln uns an den Festen des Jahres.
Dann lass uns mit dem Säen beginnen. Das Klarheitsgespräch ist dein erster Berührungspunkt mit mir, dreißig Minuten, eins zu eins. Wir schauen gemeinsam, wo im Jahr und wo in dir du gerade stehst und welcher nächste Schritt dir wieder Halt gibt. Es kostet dich nichts und verpflichtet dich zu nichts.